EMV und EMVU
Zu den Aufgabenbereichen des IRT gehören Untersuchungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) sowie zur elektromagnetischen Umweltverträglichkeit (EMVU). Während EMV auf die Verträglichkeit von Geräten und Anlagen mit den Rundfunkdiensten abzielt, so steht bei EMVU die Sicherheit von Personen in elektromagnetischen Feldern im Vordergrund.
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)
Bei der Einführung neuer Technologien stellt sich immer auch die Frage der elektromagnetischen Verträglichkeit mit bestehenden Rundfunkdiensten. So nutzen etwa Breitbandkabelanlagen, ein Hauptverbreitungsweg der Fernsehversorgung in Deutschland, zugleich Frequenzbereiche in der Luft, die eigentlich anderen Funkdiensten zugewiesen sind. Technologien zur breitbandigen Funknutzung (Ultra-Wideband, UWB), aber auch kleine UKW-Sender, mit denen die Wiedergabe gespeicherter Musik von tragbaren Geräten über die Radioanlage im Kraftfahrzeug möglich wird, können ebenfalls den Empfang von Rundfunkangeboten beeinträchtigen.
Daher gilt es, immer wieder nach Kompromisslösungen zu suchen, die einerseits genügend Schutz für terrestrisch gesendete Rundfunksignale bieten, andererseits die wirtschaftliche Nutzung neuer Technologien sowohl über Kabel als auch im Funkbereich nicht übermäßig behindern. Das IRT setzt sich in diesem Zusammenhang für einen störungsfreien Rundfunkempfang über Antenne ein und vertritt in verschiedenen Normungsgremien die Interessen des Rundfunks und seiner Teilnehmer.
Elektromagnetische Umweltverträglichkeitsstudien (EMVU)
Elektromagnetische Felder können schädliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Mit Hilfe von biophysikalischen Einwirkungsmodellen haben verschiedene wissenschaftliche Gremien deshalb zulässige Parameter für elektromagnetische Strahlung festgelegt – so genannte Basis- und abgeleitete Grenzwerte. Dazu zählen insbesondere die Grenzwerte der elektrischen und magnetischen Feldstärken sowie der Leistungsflussdichte des äußeren elektromagnetischen Feldes. Solche Grenzwertvorschläge wurden unter anderem von der Internationalen Strahlenschutzorganisation (ICNIRP), der Europäischen Kommission, der amerikanischen Normenorganisation (ANSI/IEEE) und der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) veröffentlicht. Sie werden ständig aktualisiert und dem Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten betreiben amplitudenmodulierte Sender mit Leistungen bis zu einigen 100 kW, die in der Nähe der Sendeantenne hohe elektrische und magnetische Feldstärken erzeugen. Das IRT entwickelt organisatorische und technische Lösungen, damit bei diesen Sendern die Grenzwerte für Betriebspersonal und Öffentlichkeit nicht überschritten werden. Das IRT wirkt zudem bei der Abfassung von nationalen und internationalen Normen mit und arbeitet eng mit den entsprechenden Aufsichtsbehörden (u.a. Bundesministerien, Bundesämter, Berufsgenossenschaften) zusammen.
Herzschrittmacheruntersuchungen
Die Störung implantierter Herzschrittmacher durch elektromagnetische Felder kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Patienten haben. Wir führen deshalb sowohl Messungen im Nahfeld leistungsstarker Sender als auch numerische Berechnungen zu erwartender Feldstärken durch. Darüber hinaus werden im IRT eigenen Herzschrittmacher-Labor Messungen zu Störeinkopplung und Störfestigkeit von Herzschrittmachern vorgenommen.
Antennen- und Abstrahlungsberechnungen
Funkfeldberechnungen für Sendeanlagen sollen die Umweltverträglichkeit von Rundfunksendern vor allem im Nahbereich der Anlagen und Antennen sicherstellen.
Bild Copyright: BR, Team Sender Dillberg und BR, Schläger



