Frequenzplansynthese und neue Konzepte
Die Frequenzplanerstellung …
Die Frequenzplanung hat die Aufgabe, an jedem Empfangsort in ausreichendem Maße Frequenzen zur Verfügung zu stellen, so dass eine Rundfunkversorgung im gewünschten Umfang und in der angestrebten Qualität gewährleistet ist. Die Rechte auf die Nutzung einer Frequenz in einem begrenzten Gebiet werden in so genannten Frequenzplänen festgehalten. Dabei ist darauf zu achten, dass die gegenseitigen Störungen der Rundfunkdienste und -programme, die gleiche oder benachbarte Frequenzen verwenden, das vereinbarte Maß nicht überschreiten.
Beispiele für Frequenzpläne sind die T-DAB-Frequenzpläne von Wiesbaden 1995 und Maastricht 2002 sowie der in jüngster Zeit erstellte Frequenzplan von Genf 2006, der die digitale Rundfunklandschaft in den Frequenzbändern III und IV/V regelt.
… ein Problem der kombinatorischen Optimierung
Frequenzpläne umfassen große geographische Gebiete und beinhalten deshalb in der Regel Tausende von Frequenznutzungen. Die Synthese interferenzverträglicher Frequenzpläne stellt daher eine komplexe Aufgabe der kombinatorischen Optimierung dar.
Das IRT setzt zur Bearbeitung solcher Aufgabenstellungen moderne, effektive Methoden der stochastischen Optimierung ein und ist zudem an ihrer Weiterentwicklung beteiligt. Die Verfahren sind bestens geeignet, für eine große Zahl von Funkdiensten moderne Allotment-Frequenzpläne aber auch klassische Assignment-Frequenzpläne auf der Basis von zellularen oder Rundfunksendernetzen zu synthetisieren.
Die Abbildung zeigt ein Planbeispiel eines DVB-T-Frequenzplans mit einer Flächenbedeckung für Zentraleuropa.
Ergänzung vorhandener Frequenzpläne
Neben der Erstellung neuer Frequenzpläne können mit der Frequenzplansynthese auch vorhandene Pläne um zusätzliche Frequenznutzungen ergänzt werden. Dabei kommen dieselben Verfahren wie bei der Neuerstellung eines Frequenzplans zum Einsatz. Dank moderner Planungswerkzeuge und langjähriger Erfahrung verfügt das IRT über die Kompetenz, zusätzliche Frequenznutzungsmöglichkeiten in bestehenden Plänen zu eruieren und darzustellen.
Neue Konzepte in der Netzstruktur
Der wachsende Bedarf an Spektrum hat in den letzten Jahren zur Entwicklung neuer Konzepte geführt, die eine Optimierung der Spektrumsnutzung erlauben. So bieten Gleichwellennetze im Rundfunk die einzigartige Möglichkeit, die Effizienz der Spektrumsnutzung deutlich zu steigern. Die neue Gleichwellentechnik entspricht frequenzplanerisch dem Allotmentprinzip. Mit der Einführung der Allotmentplanung im GE06-Plan werden den Rundfunknetzbetreibern vielfältige Freiheitsgrade der Netzgestaltung geboten. Diese neuen Möglichkeiten stellen also einen bedeutenden Schritt in Richtung Flexibilisierung des Spektrums dar.
Das IRT hat innerhalb des RRC-06-Prozesses einen bedeutenden Beitrag zur Aufnahme des Gleichwellennetz- und Allotmentkonzepts in die Planungsprinzipien der RRC-06 geleistet. Allotmentplanung und Gleichwellennetze waren eine wichtige Vorausetzung, um das ehrgeizige Ziel von sieben flächendeckenden Bedeckungen für das digitale Fernsehen in Deutschland zu erreichen.
Neue Konzepte zur Spektrumzuweisung
Das IRT beschäftigt sich mit neuen Konzepten wie beispielsweise SDR (Software Defined Radio), LBT (Listen Before Talk), DFS (Dynamic Frequency Selection) und „cognitive radio“ und untersucht deren Tauglichkeit für den Rundfunk. Außerdem analysieren unsere Mitarbeiter die Wechselwirkung neuer Systeme, die diese Konzepte anwenden, mit dem Rundfunk.



