Wellenausbreitung und Feldstärkeprognose

Versorgungsprognosen sind unerlässlich für die Planung und den Schutz terrestrischer Rundfunkdienste. Mit der Prognose wird ein geographischer Bereich (oder ein Anteil der Bevölkerung) ermittelt, der durch ein Sendernetz als versorgt bezeichnet werden kann. Zusätzlich zur Analyse werden weitere Daten der Versorgungssituation generiert.

Versorgungsprognosen verknüpfen mehrere Elemente wie z.B. die Senderdatenbank, das Wellenausbreitungsmodell, Akkumulationsverfahren, Synchronisationsverfahren, Schutzabstandsverfahren, Empfangsszenarien oder das GIS-Modul (Geographical Information System), um zuverlässige Aussagen zu erzielen.

Langfristige Messungen von Ausbreitungsparametern

Zur Verbesserung von Prognosen für kleine Zeitwahrscheinlichkeiten (Interferenzen) ist es notwendig, Messwerte wie Empfangsfeldstärken verschiedener UKW- und Fernseh-Sender über einen langen Zeitraum zu erfassen. Nur so können statistisch relevante Aussagen für kleine Zeiträume gemacht werden.

Wellenausbreitung

Das IRT hat verschiedene Prognoseverfahren entwickelt, so dass je nach Aufgabenstellung aus einer großen Zahl unterschiedlicher Modelle gewählt werden kann. Besonders präzise Feldstärkeprognosen liefert das IRT3D-Modell, das digitale Geländemodelle und Morphographiedaten sowie explizite Mehrwegeausbreitung berücksichtigt.

Die Abbildung zeigt die DVB-T-Versorgungsprognose vom Sender München, Olympiaturm für festen/portablen Inhaus-Empfang.

Untersuchung von Gleichwellennetzen bei digitalen Rundfunkdiensten

Bei der Untersuchung von Gleichwellennetzen bei digitalen Rundfunkdiensten greifen die Fachleute des IRT auf „Akkumulationsverfahren“ sowie „Synchronisationsverfahren“ zurück, um Versorgungsbereiche zu analysieren und Interferenzbereiche zu kennzeichnen. Die beiden genannten Verfahren stehen stellvertretend für eine Vielzahl von Methoden im Umfeld der Versorgungsanalyse, an deren Entwicklung das IRT federführend mitgearbeitet hat. Unser Know-How auf diesem Gebiet spiegelt sich beispielsweise in der Frequenzplanungssoftware FRANSY wider, mit der sich Versorgungsprognosen über eine intuitive Bedienungsoberfläche erstellen lassen.

In laufenden Forschungsvorhaben präzisieren unsere Mitarbeiter bestehende Prognoseverfahren und entwickeln neue Methoden, um auf Anforderungen aus dem dynamischen Umfeld des Frequenzmanagements adäquat reagieren zu können.

Durchführung von Feldversuchen an Rundfunksystemen

Die Konzeption von Sendernetzen für neue Rundfunksysteme setzt die Berechenbarkeit der Empfangsparameter am Empfangsort voraus. Dazu werden Ausbreitungsmodelle entwickelt, die mit Hilfe von Geländedaten als Grundlage für eine realistische Rundfunkversorgungsplanung verwendet werden können.

Das IRT setzt für die mobile Ermittlung der Rundfunkversorgung und der verschiedenen Ausbreitungsparameter in Rundfunk-Übertragungskanälen und Sendernetzen (z.B. DAB, DRM und DVB-T) ein spezielles Messfahrzeug ein. Mit dem Fahrzeug können die Übertragungsqualität von Rundfunksystemen und auch Störungen bereits im Versuchsbetrieb zuverlässig ermittelt werden.

 

Bild Copyright: Kathrein Werke, Rammel 

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Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Jürgen Dieterle

Tel. +49 (0)89 32399-342

E-Mail: dieterle @ irt.de