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RUNDFUNKTECHNISCHE MITTEILUNGEN

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR HÖRFUNK- UND FERNSEHTECHNIK


Inhaltsverzeichnis RTM 3/96


Das Heft ist zu beziehen über: Firma Mensing GmbH + Co. KG, Abteilung Verlag, Schützenwall 9-11, 22844 Norderstedt, Telefon: (040) 525-2011, Fax: (040) 525-1088.



Xueqin Zha, Helmut V. Fuchs, Moritz Späh:

Messung des effektiven Absorptionsgrades in kleinen Räumen

Luftschallabsorber werden üblicherweise bei diffusem Schalleinfall in "Hallräumen", bei senkrechtem Einfall in "Impedanzrohren" getestet. Großflächig aufgebaute Absorber für tiefe Frequenzen lassen sich nach keinem der genormten Meßverfahren prüfen und vergleichen. Um ihre akustische Wirksamkeit in kleinen Räumen abschätzen zu können, wird hier eine Meßtechnik vorgestellt, mit der Resonatoren bei unterschiedlicher Orientierung in den Raumkanten praxisgerecht untersucht werden können. Eine Modellrechnung erklärt, warum die "effektive" Absorptionsfläche bei bestimmten Raum-Moden unter 100 Hz ein Vielfaches der Bauteiloberfläche beträgt, wenn man (nur zu Vergleichszwecken) die Sabine-Formel heranzieht. Aber auch ein über verschiedene Moden gemittelter "effektiver" Absorptionsgrad nimmt bei geschichteter Anordnung von neuartigen "Verbundplatten"-Resonatoren im Raum oberhalb 40 Hz Werte über 0,5 und oberhalb 63 Hz bis 20 kHz Werte deutlich über 1 an. Damit steht ein Meßverfahren zur Auslegung kompakter Tiefenabsorber für professionelle und private Audioräume zur Verfügung, das in beliebig kleinen quaderähnlichen Räumen anwendbar ist.


Joachim von Parpart:

Restträger und Phasenstabilität bei Bildmodulatoren

Bildmodulatoren dienen dazu, Videosignale auf einen hochfrequenten Träger aufzumodulieren. Bei der Norm B/G ergeben sich zwei Forderungen an den Bildträger: Er muß stets in ausreichender Größe vorhanden sein (Restträger) und muß eine konstante, von der Aussteuerung unabhängige Phasenlage aufweisen (geringe ICPM). Der Bildmodulator beeinflußt beide Punkte entscheidend. Dieser Aufsatz zeigt eine Möglichkeit, die diesbezüglichen Eigenschaften des Bildmodulators ohne Einsatz eines Meßdemodulators zu überprüfen. Es wird gezeigt, daß die Modulationstiefe (bzw. Trägerunterdrückung) die Messung und den Abgleich des Restträgers gestattet. Unter gewissen Voraussetzungen (keine oder geringe synchrone FM) ist die maximale Modulationstiefe sogar das richtige Abgleichkriterium für eine minimale ICPM.


Claus Muschallik:

Zeitfensterung eines OFDM-Signals zur Verbesserung des Störabstands im Empfänger

Der Empfang eines OFDM-Signals wird verbessert, wenn eine Nyquistfensterung zur Anwendung kommt. Die Nyquistfensterung nützt den Anteil des Schutzintervalls aus, der trotz Mehrwegeempfangs keine Inter-Symbol-Interferenz aufweist. Da dieser nützliche Anteil des Schutzintervalls von den Übertragungsbedingungen abhängt, führt eine Vorrichtung für die Erkennung ihrer nutzbaren Länge zu der adaptiven Nyquistfensterung. Der Algorithmus für die Implementierung der adaptiven Nyquistfensterung ist sehr einfach. Obwohl eine FFT mit doppelter Länge als die ursprüngliche berechnet werden muß, kann der zusätzliche Aufwand ihrer Berechnung niedrig gehalten werden. Die adaptive Nyquistfensterung erzielt eine Verbesserung des OFDM-Empfangs für Störsignale wie weißes Rauschen, diskrete Störer und Frequenzabweichung bzw. Phasenrauschen der Oszillatoren. Der erzielte Gewinn ist in jedem einzelnen Fall von der nützlichen Länge des Schutzintervalls abhängig.


Klaus Flügel:

Die Erneuerung der Senderanlage auf dem Walmberg bei Reit im Winkl - Ein neuer Weg bei der Sanierung eines Senderstandortes

Jeder Betreiber eines Senderstandortes sieht naturgemäß eine kontinuierlich gute Qualität der von ihm abgestrahlten Dienste - sei es für Hörfunk oder Fernsehen, Richtfunk oder Mobilfunk - als höchste Priorität an. Bei der Erneuerung eines Antennenträgers für einen Senderstandort wird dieser in der Regel deshalb zunächst abgesetzt vom vorhandenen Standort mit neuen Antennen- und Betriebseinrichtungen errichtet. Die Inbetriebnahme der neuen Einrichtungen erfolgt dann zeitgleich mit der Außerbetriebnahme der vorhandenen Einrichtungen, die danach abgebaut und entsorgt werden.

Umweltgesichtspunkte (kein weiterer Eingriff in den Bergwald, Schonung natürlicher Ressourcen) und Kostenaspekte (Vermeidung der Demontage, des Abtransports und der Entsorgung des "alten" Antennenträgers) waren für den Bayerischen Rundfunk Anlaß, einen neuen Weg für die Erneuerung des Antennenträgers an der Senderanlage auf dem Walmberg bei Reit im Winkl zu gehen: Unter Aufrechterhaltung des Betriebs erhielt der alte Antennenträger eine selbsttragende Verkleidung aus Stahlbeton bzw. Stahl; die dabei für Demontage-, Montage- und Ummontagearbeiten an Antennen und Antennenprovisorien erforderlichen kurzzeitigen Ab- bzw. Umschaltpausen blieben ohne nennenswerten Einfluß auf den Sendebetrieb.


Kontakt für weitere Informationen: Redaktion RTM Fax-Nr.: 089/32399-457
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Letzte Änderung: 15. Oktober 1999