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In Bayern startet Forschungsprojekt IMB5 zur Rundfunkübertragung in LTE

07.07.2014

Im Projekt IMB5 (Integration von Mobilfunk und Broadcast in LTE/5G) erforscht unter der Leitung des Instituts für Rundfunktechnik ein Konsortium bestehend aus Fraunhofer IIS, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Nokia, Rohde & Schwarz und den assoziierten Partnern Bayerischer Rundfunk und BMW Forschung und Technik wie sich in Zukunft ein Standard realisieren lässt, der sowohl für die Übertragung von Rundfunk- als auch von Mobilfunkdiensten in technisch und wirtschaftlich effizienter Weise verwendet werden kann. Das auf 24 Monate angelegte Forschungsprojekt wird von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert.

Zunächst erstellen die Kooperationspartner ein Konzept, wie eine Netzinfrastruktur über die Sendeanlagen des Bayerischen Rundfunks in München sowie beim Fraunhofer IIS in Erlangen gestaltet werden kann. Anschließend sind Feldtests geplant, um die Entwicklungsfähigkeit des bestehenden, standardisierten Dienstes eMBMS innerhalb von LTE hinsichtlich der Anforderungen des Rundfunks zu evaluieren. Dabei sollen beispielsweise erforderliche Erweiterungen und Modifikationen für den LTE-Standard in Hinblick auf 5G identifiziert werden, um skalierbare und damit wirtschaftliche Netztopologien zu ermöglichen. Die alternativen Betriebsmodi Frequenzduplexverfahren (FDD) und Zeitduplexverfahren (TDD) sollen ebenfalls in die Untersuchungen mit einbezogen und verglichen werden.

Multimedia Broadcast Multicast Service (MBMS) ist ein Punkt-zu-Mehrpunkt-Dienst im Mobilfunkstandard UMTS, der es erlaubt Multimediadatenströme (Streaming) und -dateien (Push-Anwendungen) an viele Nutzer gleichzeitig zu übertragen. Für die im Rahmen des Mobilfunkstandards LTE erfolgte Weiterentwicklung evolved Multimedia Broadcast Multicast Service (eMBMS) werden deutlich höhere Übertragungsraten gegenüber dem früheren Standard erwartet. eMBMS-fähige Endgeräte nach dem 3GPP-Standard sind weiter in der Lage Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, wie z. B. Videoabrufe oder Email-Dienste zu nutzen.

Eine wichtige Funktionalität von eMBMS ist die Übertragung in einem MBSFN-Gleichwellennetz (eMBMS Multimedia Broadcast Single Frequency Network), bei dem mehrere Basisstationen synchronisiert und zu Funkzellen-Gruppen zusammengefasst werden. Damit können in mehreren Zellen gleiche Inhalte auf einer Frequenz gleichzeitig übertragen werden. Das Prinzip entspricht dem im Rundfunk bekannten Gleichwellenbetrieb (z. B. DVB-T/T2 und DAB/DAB+).

Mit den aus dem Forschungsprojekt gewonnenen Erkenntnissen soll es langfristig möglich werden, die Effizienz bewährter Rundfunkdienste mit der Flexibilität und Individualität interaktiver Mobilfunkdienste auf einer Luftschnittstelle attraktiv zu kombinieren. Die Ansätze befinden sich gegenwärtig in einem sehr frühen Forschungsstadium und wirken sich daher nicht auf die bevorstehende, geplante Einführung von DVB-T2 in Deutschland aus.

Die gemeinsame Beteiligung von Vertretern der Rundfunk- und der Mobilfunkseite, zeigt die Aufgeschlossenheit auf beiden Seiten, nach neuen Wegen zu suchen, um die Herausforderungen der Zukunft im Bereich der modernen, mobilen Mediennutzung zu meistern.

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