5G TODAY

Der neue Netzstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie, wenn künftig Fahrzeuge hochautomatisiert fahren oder Geräte im Internet der Dinge miteinander vernetzt werden. Darüber hinaus bietet 5G ein großes Potenzial für die effiziente Verbreitung von Medieninhalten. Mit der Einführung von 5G könnte ein weltweiter Markt mit Millionen von Smartphones und Tablet-PCs als potenziellen TV-Empfängern entstehen, die Live-TV-Dienste, Mediatheken, soziale Netzwerke und viele weitere Mediendienste attraktiv kombinieren können. Im Juni 2017 wurden unter Beteiligung von europäischen Rundfunkanstalten und der Industrie internationale Standardisierungsarbeiten abgeschlossen, um Rundfunkangebote effizient in großflächigen 4G- und 5G-Netzen zu übertragen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes 5G TODAY entsteht derzeit im Bayerischen Oberland ein 5G-Testfeld für den Rundfunk. Unter Leitung des Instituts für Rundfunktechnik untersuchen die Projektpartner die großflächige TV-Übertragung im Rundfunkmodus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service). Die Übertragung soll im Rahmen des Projekts in die Praxis umgesetzt und evaluiert werden.

Die FeMBMS-Spezifikation wurde im 3GPP (3G Partnership Project) "Release 14" im Sommer 2017 verabschiedet. Mit FeMBMS werden wichtige Anforderungen unterstützt, um Fernsehprogramme wirtschaftlich in großflächigen 4G- und 5G-Netzen zu übertragen. Zu den Verbesserungen gehören der Empfang ohne SIM-Karte und ohne Authentifizierung, ebenso wie die Option, bis zu 100 Prozent der Übertragungskapazität im neuen FeMBMS-Modus für Rundfunkanwendungen zur Verfügung zu stellen. Deutlich vergrößerte Senderabstände erlauben die Verwendung von Rundfunksenderstandorten zur wirtschaftlichen Flächenversorgung. Ein reiner Empfangsmodus (Receive-Only-Mode) ohne die zwingende Notwendigkeit eines Rückkanals wurde ebenfalls im 3GPP-Standard etabliert, genauso wie die Definition von audiovisuellen Transport- und Kodierformaten, wie sie derzeit im Rundfunkbereich eingesetzt werden.

Um das FeMBMS-Testfeld in der Praxis umzusetzen und zu evaluieren, werden zwei Hochleistungssender (High-Tower-High-Power) mit 100 KW ERP von Rohde & Schwarz an den Standorten München-Ismaning und auf dem Wendelstein (Höhe 1828 m) installiert. Die beiden Testsender werden in einem Gleichwellennetz (SFN: Single Frequency Network) über Kanal 56/57 (750-760 MHz) betrieben. Die Frequenzen für die Testsender stellt Telefónica zur Verfügung, die Senderstandorte und Programminhalte der Bayerische Rundfunk. Das Institut für Rundfunktechnik ist Koordinator des Projektes und entwickelt einen FeMBMS-Empfänger auf Basis von SDR-Technik (Software-Defined Radio). Ferner beteiligt sich das IRT an der Sendernetzplanung und an Testfeldmessungen.

Ab März 2019 startet die umfangreiche Messkampagne, um die Eignung von FeMBMS für den Rundfunk zu evaluieren. Die Erkenntnisse aus dem Projekt leisten einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zum 5G-Rundfunk. Sie unterstützen die Standardisierungsarbeiten und fördern die Weiterentwicklung von Komponenten bis hin zur zukünftigen Marktreife.

Am Projekt beteiligen sich folgende Partner

    IRT GmbH
    Kathrein Werke SE
    Rohde & Schwarz GmbH & Co KG
    Bayerischer Rundfunk
    Telefonica Germany GmbH & Co OHG

Das Projekt 5G TODAY hat im Juli 2017 begonnen und endet im Oktober 2019 und wird gefördert durch die Bayerische Forschungsstiftung

Kontakt: 5G-Today-Info@irt.de

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