Akustik

Auch im digitalen Zeitalter spielt Akustik eine tragende Rolle in der Tonübertragung. Die Bedingungen bei Aufnahme und Wiedergabe prägen die Qualität eines digitalen Tonsignals maßgeblich.

Raum- und Bauakustik

Um eine optimale Funktionalität und somit die größtmögliche Wirtschaftlichkeit eines Rundfunkproduktionsraumes zu erlangen, müssen akustische Eigenschaften genau auf die darin ausgeübten Tätigkeiten abgestimmt sein. Akustische Schwachpunkte sind ebenso zu vermeiden wie übertrieben aufwendige Konstruktionen.

Bei der Entwicklung von Lösungen zur Studioakustik sowie bei der Beratung von Rundfunkanstalten und privaten Auftraggebern im Rahmen von Bauvorhaben, legt das IRT daher besonderen Wert darauf, dass alle Konzepte und Konstruktionen genau aufeinander abgestimmt sind und zueinander passen. Jahrelange Erfahrung beim Einsatz leistungsfähiger Berechnungs- und Simulationssoftware sowie höchste Fachkompetenz im Bereich akustisch hochwertiger Ton- und Bildproduktionsräume (DIN 15996) aber auch in allgemeinen Fragen des Schallschutzes im Hochbau (DIN 4109) kommen dabei zum Tragen. Bedarfsgerechte Messungen mit einer hochwertige Messausstattung in den Bereichen der Raum- und Bauakustik und der Audiomesstechnik, in betriebseigenen Messräumen (Hallraum, Refelxionsarmer Raum, etc.), runden das Leistungsspektrum ab.

Zudem leitet das IRT den Akustik Informationsring des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, erarbeitet u.a. die akustischen Anforderungen im Rundfunkbereich und spricht dazu Empfehlungen aus. Des Weiteren unterhält es enge Kontakte zu den Fachgremien VDE ITG und dem DEGA-Fachausschuss.

Akustik in Großraumbüros

Große Fensterflächen und glatte Wandflächen führen häufig zu einer langen Nachhallzeit, die den Geräuschpegel im vollbesetzten Raum in die Höhe treibt. Stattfindende Gespräche und konzen- triertes Arbeiten werden dadurch erschwert und die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern stark beeinträchtiget, wie Studien belegen. Andererseits muss beachtet werden, dass eine gute Sprach- verständlichkeit in akustisch bedämpften Großraumbüros zu einem Verlust an Privatheit führt.

Das IRT berät bei der akustischen Ausgestaltung von Großraum- und Mehrpersonenbüros. Um die Wirkung typischer Maßnahmen hörbar zu machen, kann dabei auf die „Auralisationen von Büroräumen“ zurückgegriffen werden. In diesen umfangreichen Simulationen wird die subjektive, hörbare Wahrnehmungsebene mit technischen Größen aus Beurteilungsnormen, Gestaltungsrichtlinien und technischen Regeln verknüpft.

Akustik in Übertragungswagen

Hochwertige Außenproduktionen im Übertragungswagen setzen voraus, dass die technischen Gegebenheiten ein optimales Arbeiten ermöglichen. Als Arbeitsplatz für Toningenieure und Tonmeister muss daher eine angemessene Akustik geboten sein.

Das IRT unterstützt Hörfunk- und Fernsehsender sowie private Auftraggeber bei der Ausschreibung von Übertragungswagen hinsichtlich der akustischen Eigenschaften. Es führt akustische Beratungen zur Erreichung der vereinbarten Werte (z.B. Innenraumpegel, Schalldämmung) und akustische Messungen zur Abnahme der Übertragungswagen durch.

Akustische Messtechnik

Im Bereich akustische Messtechnik führt das IRT u.a. Messungen von Absorptions- und Reflexionsgraden, Strömungswiderständen, Geräuschabstrahlungen, Nachklingverhalten und Körperschall, von Schalldämmungen unterschiedlichster Bauteile oder auch zu den akustischen Daten elektroakustischer Wandler durch.

Messung der Richtcharakteristiken von Lautsprechern und Mikrofonen

Zudem ermittelt das IRT die Richtcharakteristiken von Lautsprechern und Mikrofonen mit einer speziellen, computergestützten Messapparatur. Die Messergebnisse werden in Form bestimmter Übertragungsmaße, verschiedener Bündelungsmaße, Heatmaps oder als Polardiagramme in wählbarer Frequenzauflösung dargestellt.

AUVIS – Raumakustische Simulation

Die im IRT entwickelte professionelle raumakustische Simulationssoftware AUVIS (AUralisierung VIrtueller Studios) dient zur genauen Berechnung akustischer Eigenschaften von Rundfunkproduktionsräumen. Neben der Nachhallzeit können zusätzlich weitere wichtige akustische Messgrößen im Voraus berechnet und optimiert werden. So kann bspw. das Übertragungsmaß der vorgesehenen Regielautsprecher am geplanten Abhörort eines Regieraumes bestimmt werden. Falls das Ergebnis den Vorgaben innerhalb eines Toleranzbereiches nicht genügt, kann durch gezielte Maßnahmen (z.B. Variation der Lautsprecherposition, der Raumgeometrie oder der Wand- und Deckenabsorption) im Modell das Übertragungsmaß optimiert werden.

Zudem können im Modell die Impulsantworten unterschiedlicher Abhörorte berechnet werden. So wird der simulierte Raum „hörbar“ gemacht. Es ist also bereits aufgrund des Rechenmodells zu hören, wie eine bestimmte Aufnahme im geplanten Raum klingen wird, bevor dieser überhaupt gebaut ist. Dieses Vorgehen wird als „Auralisation“ bezeichnet.

In der praktischen Anwendung hat die raumakustische Simulation ihre Wirtschaftlichkeit bereits bewiesen. Der anfängliche Mehraufwand in der Planungsphase hat zur Folge, dass nur bauliche Maßnahmen umgesetzt werden, die zur Erfüllung der akustischen Vorgaben nötig sind.

Folgende Hörbeispiele wurden mit dem IRT-eigenen Simulationsprogramm AUVIS berechnet und auralisiert. Die Hörbeispiele sind ausschließlich für Kopfhörerwiedergabe geeignet.

 

Als Expertensystem kommt AUVIS ausschließlich im Rahmen der angebotenen Dienstleistungen des IRT zum Einsatz und wird nicht als Produkt angeboten.

Auralisation von Büroräumen

In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat das IRT Auralisationen zur Planung von Büroräumen entwickelt, die von jedem handelsüblichen PC mit einem aktuellen Internet-Browser (HTML5-fähig) wiedergegeben werden können. Die Audiowieder­gabe sollte über Kopfhörer erfolgen, um so die subjektive Wirkung der vorgestellten Maßnahmen bestmöglich mit den eigenen Sinnen zu erfahren. Insbesondere Architekten, Bauingenieure und Bauherren sowie Planern und Betreibern von Büroräumen/-arbeitsplätzen wird so die Notwendigkeit einer bewussten akustischen Gestaltung und Fachplanung der Arbeitsplatzumgebung „vor Ohren" geführt.

Mit dem verwendeten Player kann lückenlos zwischen den Hörbeispielen hin und her geschaltet werden, um die Hörbeispiele direkt miteinander zu vergleichen und die Unterschiede am besten wahrzunehmen. Die Varianten sind auf Grundriss-Darstellungen dokumentiert. Für Großraumbüros werden zusätzlich ansprechende 3D-Visualisierungen angeboten, um die optische Wirkung der vorgeführten Maßnahmen aus der Nutzerperspektive zu verdeutlichen.

Anleitung zur Software

Akustische Dienstleistungen im Überblick

  • Fachberatung in der Raum- und Bauakustik, hinsichtlich der Vermeidung akustischer Schwachpunkte in Rundfunkproduktionsräumen
  • Beratung im Bereich Studioakustik, bei der Verbesserung der Akustik in Großraumbüros
  • Akustische Messungen – Schalldämmung, Nachhallzeit, Geräuschpegel, etc.
  • Messen von Störgeräuschabstrahlungen und Beratung bei der Beseitigung von Störgeräuschen (bspw. verursacht durch Monitore, Kameras, Projektoren, Lüftungen etc.)
  • Raumakustische Simulation mit AUVIS, zur Gestaltung von Räumen anhand von Bauplänen und somit vor der Realisierung eines Bauvorhabens
  • Akustische Beratung und Messungen beim Bau von Übertragungswagen
  • Messen und Berechnen von Schallabsorbern
  • Durchführen von elektroakustischen Messungen zum Bestimmen von Übertragungs- und Bündelungsmaßen, Impulsantworten, Richtcharakteristika, nichtlinearen Verzerrungen oder dem Grundrauschen von elektroakustischen Wandlern (Mikrofone, Lautsprecher) sowie Unterstützung bei Entwicklungen
  • Akustische Auftragsentwicklungen (siehe Referenzprojekt)
  • Durchführung von Seminaren und Workshops für Architekten, Bauingenieure, Studioplaner und Projektleiter

 

Referenzprojekt – Kardioid-Ebenen-Mikrofon (KEM)

Das im IRT entwickelte KEM ist ein völlig neuer Mikrofontyp mit einer scheibenförmigen Richtcharakteristik (vergleichbar der einer Lautsprecherzeile). Durch die sorgfältig abgestimmte Zusammenschaltung von Einzelmikrofonen entlang einer gemeinsamen Achse wird eine Anordnung gebildet, die eine für viele Anwendungen (bspw. bei der Mikrofonierung von Sprechern, einzeln oder gemeinsam in Diskussionsrunden sowie von Gruppen bei Musik- und Theaterauf­führungen) nützliche Richtungsverteilung der Aufnahmeempfindlichkeit besitzt. Auch im Deutschen Bundestag, am Rednerpult des Plenarsaals im Berliner Reichstag, wird das KEM mit großem Erfolg eingesetzt.

Vertrieb durch Microtech Gefell GmbH