NGA – Next Generation Audio

Next Generation Audio bezeichnet eine Samm­lung von neuen Technologien, welche den Ton für Zuschauer und Zuhörer interaktiv, persona­lisierbar und immersiv erlebbar machen. Das sogenannte „objektbasierte Audio“ ist dabei die wichtigste und vielseitigste Technologie.

Next Generation Audio bzw. objektbasiertes Audio ist ein revolutionärer Ansatz, um interaktive, personalisierte, skalierbare und immersive Inhalte zu produzieren und zu nutzen. Dabei werden die Audioinhalte als ein Set von individuellen Objekten mit einer Metadatenbeschreibung über ihre Beziehungen und Verbindungen zueinander dargestellt. Die Medienobjekte werden auf eine neuartige Weise zusammengeführt und können sich so den Bedürfnissen der Nutzer, der akustischen Umgebung sowie der Geräteplattform anpassen. Beispielsweise kann der Hörer die Dialoglautstärke einstellen, verschieden Sprachversionen auswählen und die Länge des Beitrags bestimmen. Mit lediglich einer Produktion sind diese Funktionen für alle Arten von Endgeräten realisierbar.

Objektbasierte Medien gelten als wegweisende Komponente für crossmediale Angebote, Radio, Fernsehen und Internet. Infolgedessen etablieren sich NGA-Übertragungssysteme im Markt. Allerdings sind die vorhandenen Lösungen bislang hauptsächlich proprietärer Natur und bedingen die Festlegung auf einzelne Hersteller. Um dem entgegenzutreten, wirkt das IRT an der Entwicklung des ITU-R Standards für ADM (Audio Definition Models) mit und hat dafür, u.a. gemeinsam mit der BBC, den EBU-Innovationspreis 2018 bekommen.

Zur praktischen Erprobung des objektbasierten Ansatzes wurde im IRT-eigenen Audiolabor eine experimentelle Produktionsumgebung errichtet. Aus den Tests gewonnene Erfahrungen und Erkenntnisse fließen in die laufenden Entwicklungen und Standardisierungen ein, um so die Anwendbarkeit von objektbasiertem Audio im Rundfunkumfeld zu gewährleisten.

Objektbasierte Produktion mit dem BR im Praxistest

Im Rahmen des EU-Projekts ORPHEUS, mit dem Ziel, eine komplette objektbasierte Produktionskette, basierend auf offenen Standards, für reale Sendeszenarien zu entwerfen, produzierte das IRT in Zusammenarbeit mit dem BR objektbasierte Inhalte für die Piloten. Die dabei benutzten Produktionswerkzeuge wurden im IRT entwickelt, um Forschern und Toningenieuren das Sammeln von Erfahrungen mit dieser neuen Technologie zu ermöglichen.

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3D-Audio-Labor

Seit mehr als 20 Jahren forscht das IRT aktiv an praxisnahen Übertragungs- und Wiedergabesystemen für 3D-Ton. Lange Jahre mussten mit hohem Aufwand Lautsprechersysteme in Messräumen und Studios für die individuellen Forschungs- und Entwicklungs-arbeiten temporär auf- und anschließend wieder abgebaut werden. Nun ermöglicht im IRT ein hochflexibles 3D-Audio-Labor die Tonwiedergabe in nahezu allen bekannten Lautsprecher­formaten, durch Wellenfeldsynthese, Higher Order Ambisonics sowie binaural, mittels Lautsprecher oder Kopfhörer. Das 3D-Audio-Labor dient u.a. zur Optimierung von 3D-Tonwiedergaben, vergleichenden Messungen und für Hörversuche.