All IP/IT

Zukunft und Vielfalt der Medienproduktion basieren auf IP-Technologie. Dies fordert einen weiteren großen Entwicklungssprung in der Infrastruktur: Die Einführung von Standard-IT-Komponenten im Produktionsbereich.

Die IP-basierte Produktionsumgebung verspricht eine flexiblere und mobilere Gestaltung der Arbeitsplätze, einen nahtlosen Übergang zwischen den Produktionsbereichen ohne Medienbruch und Umkodierung sowie eine effiziente und kontrollierte Aufteilung der Ressourcen. Neue Medienformate können leichter und schneller integriert und etablierte IT-Schutzmechanismen genutzt werden. Zudem wird eine rasche, mobile Einbindung von Außenreportern ins Netz sowie eine schnelle und effektive Bespielung von Ausspielwegen realisierbar. Obendrein lassen sich die Möglichkeiten auf einer einheitlichen Infrastruktur ausführen und einfach erweitern.

Bisweilen lässt die komplett IP-basierte Produktion noch auf sich warten. Bevor es soweit ist bedarf es der Einführung von Standard-IT-Komponenten, anstelle von spezialisiertem Broadcastequipment. Die gesamte Migration, hin zur reinen IP-Umgebung, bedingt die Fertigstellung relevanter Standards, die Umsetzung der Standards in Produkte aber auch das Erarbeiten neuer Workflows.

Das IRT beschäftigt sich mit offenen Baustellen und berücksichtigt dabei die Anforderungen des Rundfunks, im Rahmen der EBU, in wissenschaftlichen Arbeiten, bei der Entwicklung von Analysetools und als Ideengeber.

IP im Studio - Produktions- und Studionetze

Im Zuge der Einführung der IP-basierten Rundfunkproduktion bereiten sich Rundfunk und Medienhäuser auf die vollständige IP-Vernetzung, auch in der Live-Produktion, vor. Kritische Echtzeitanwendungen, proprietäre Ansätze, fehlende Bausteine in der Standardisierung und verschiedene Taktkonzepte sind die Herausforderungen auf dem Weg dahin.

Um sowohl die technischen als auch die personellen und organisatorischen Herausforderungen zur Einführung einer IP-basierten Übertragung in Studio und Produktionsumgebungen zu meistern, berät und unterstützt das IRT bei der Konzept- und Risikobewertung, bei der Vorbereitung und Durchführung von Machbarkeitstests sowie bei Interoperabilitätsuntersuchungen und gibt technische Empfehlungen. Darüber hinaus bietet das IRT qualifizierte Messdienstleistungen wie Proof of Concepts, Pilottests, Interoperabilitätsuntersuchungen, und komplette Netztests bis hin zu Abnahmemessungen neuer Netzwerke in Studio und Produktion an.

Full-Stack Lösung für All IP

In der Vision der Zukunft des IT-basierten Rundfunks gibt es keine für Rundfunkanwendungen spezialisierte Technik mehr. Standardisiertes IT-Equpiment soll zum Einsatz kommen und medienspezifische Arbeitsabläufe werden großteils über Software realisiert. Eine sogenannte Full-Stack-Lösung könnte künftig alle Belange vereinen.

Mit SMPTE 2110, worin die Protokollteile für den „Medientransport“ standardisiert werden, wurde ein erster Schritt getan. Teile der übergeordneten Intelligenz, also allgemein die Kontroll- und Managementsysteme (wie z.B., Discovery, Registration, Verbindungsmanagement) sind bisweilen kein integraler Bestandteil, befinden sich jedoch bereits in der Entwicklung (z.B. die NMOS Arbeiten bei der AMWA).

Zur Entwicklung eines Full-Stack-Profils für eine vollständige, durchgängige IP-basierte Rundfunk­produktion, arbeitet das IRT eng mit Rundfunkanstalten, Herstellen und Standardisierungsgremien zusammen. Dabei wird die kontinuierliche Validierung der Standards durch das Testen der Produktions-Standard-IT-Komponenten verfolgt. Weiter werden fehlende Qualitätsparameter für neue Standards im Interesse der Rundfunkanstalten und in Zusammenarbeit mit der EBU identifiziert und die zugehörigen Messmethoden entwickelt und evaluiert.

Kontributionsnetze

High-Speed Netzwerke sind im Bereich Kontribution, Zuspielung und Verteilung nicht mehr wegzudenken und längst Realität. Mobile Kontribution und Zuspielung über das Internet finden immer mehr Anwendungsbereiche. Moderne Netztechniken ermöglichen die Anbindung von Außenreportern, Außenteams und Übertragungswagen an die Studios der Rundfunkanstalten. Journalisten können ihre Beiträge mobil oder per xDSL in die RFA überspielen. LTE und WLAN-Hot Spots (zukünftig auch 5G) bieten Video-Journalisten die Möglichkeit, schnell und von überall ihre aktuellen Beiträge abzuliefern. Dank der stetig wachsenden Qualität der Audio/Video-Apps auf Smartphones stehen den mobilen Reportern völlig neue Möglichkeiten offen. Im IRT wurden Eignungs­unter­suchungen zu Performanz und Qualität der verschiedenen Techniken zur alternativen Anbindung von Außenreportern/Ü-Wagen durchgeführt. Weiterführende Untersuchungen befassen sich unter anderem mit der Sicherheit dieser Anbindung über (Telekommunikations-)Netze.

Das IRT berät und unterstützt bei der Nutzung von Telekommunikationsnetzen zur Anbindung von Außenteams – sei es im Rahmen von gemeinsamen Pilotinstallationen und Feldversuchen, konkreten Projektplanungen und -umsetzungen oder bei der neutralen Bewertung bereits geplanter und angewendeter Nutzungsszenarien. Des Weiteren untersucht das IRT bereits seit einigen Jahren die Leistungsfähigkeit verschiedener Netztechnologien für Kontributionsnetze, unterstützt den Rundfunk bei Planung und Inbetriebnahme und führt Messdienstleistungen von Pilotuntersuchungen bis hin zu finalen Abnahmemessungen durch.

Inhouse Kommunikation

Sowohl in Redaktion und Produktion als auch im Heimbereich – mit Smartphone, Tablet-PC und SmartTV gewinnen Inhouse-Kommunikationsnetze für die Übertragung von audiovisuellen Daten immer mehr an Bedeutung. Das IRT untersucht die Leistungsfähigkeit verschiedener Technologien, unterstützt den Rundfunk bei Planung und Inbetriebnahme und berät im Hinblick auf die Entwicklungen im Heimbereich.

Im Bereich Audio- und Videostreaming über WLAN verfolgt das IRT neueste Entwicklungen und unterschiedliche Techniken zur Vermeidung von Datenstaus bei der Übertragung von Broadcast- und Multicaststreams und testet deren Praxistauglichkeit, gerade auch im Hinblick auf Rundfunkapplikationen.

WLAN-Ausleuchtung

Hinsichtlich der Zellplanung für eine stabile WLAN-Versorgung in Gebäuden aller Art bietet das IRT netzspezifische Beratungsleistungen, Nettodurchsatz-Messungen mit einer professionellen Messsoftware und Spektralanalysen hinsichtlich der Planung einer stabilen WLAN-Versorgung aller Arten von Access Points an. So kann eine verbesserte Bedarfsplanung im 2,4 / 5 GHz-Band erzielt und die Anzahl der Access Points unter Einhaltung der Ausleuchtungsanforderungen minimiert werden.

Beratungs- und Testdienstleistungen

Die Leistungen des IRT decken das komplette Spektrum vom Studio-/Produktions-Inhouse- bis zum Weitverkehrskontributionsnetz ab – Beratung und Unterstützung bei Planung bzw. Ausschreibung, Erstellen von Gutachten und Studien und testen und analysieren von Netzen und Geräten mit folgenden Themenschwerpunkten:

-       Audio/Video Kontribution über IP

-       Kontributionsnetze (z. B. ARD HYBNET-Neu®, HYBNET III)

-       Produktionsnetze, Studiovernetzung (SMPTE 2110, SMPTE 2022, PTP, NMOS etc.)

-       Inhaus-Kommunikationsnetze (z.B. IP/Ethernet, WLAN)

-       Mobile Netze: eMBMS/MBSFN oder die Anbindung von Außenreportern (z.B. über LTE/5G)

-       Netzwerkmanagement, Netzwerküberwachung

-       Software Defined Networking (SDN)

-       IPTV-Netze: Bewertung der Netzparameter

Die Messdienstleistungen des IRT (Abnahmen, Proof of Concepts, Fehlersuche etc.) umfassen Messtechnik über alle Schichten hinweg – von der Applikation bis hin zur untersten Netzwerkschicht (z. B. Audio/Video, HD-SDI).

Des Weiteren bietet das IRT im Rahmen von bilateralen Kooperationen Gerätetests – vorzugsweise bereits während der Prototyping-/Entwicklungsphase – sowie gemeinsame Produktentwicklungen an und führt Workshops und Schulungen zu den genannten Themenschwerpunkten durch.

Touch & Switch

In Kooperation mit Net Insight hat das IRT für deren Nimbra-Produktlinie eine softwarebasierte Touchscreen-Applikation zum bequemen Schalten der Nimbra-Netzwerke entwickelt.

zu Net Insight

Ihr Ansprechpartner

Markus Berg

Sachgebietsleiter
Head of Department

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Projektleiterin
Project Manager

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