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Metadaten

Monitore mit Datenmodell und MAZ-Karte

Das IRT untersucht gemeinsam mit der ARD die Praxistauglichkeit eines einheitlichen Metadatenaustauschs sowohl in Distribution als auch in Kontribution.

Für Zuschauer oder Zuhörer sind Metadaten für die gezielte Suche nach Sendungen oder einzelnen Beiträgen unverzichtbar. Gerade bei der Veröffentlichung der Programmhinweise
auf den unterschiedlichsten Distributionsplattformen bedarf es einheitlicher Strukturen für die
Abbildung der Informationen, um mehrfache Erfassung der Metadaten in Planung, Produktion oder Ausspielung zu vermeiden. Dadurch ergeben sich nicht nur im Produktionsprozess klare Vereinfachungen, sondern auch für den Konsumenten entsteht eine medienübergreifende, homogene Beschreibung der Inhalte. Beispielsweise sollte die Sendungsbeschreibung in einer gedruckten Programmzeitschrift und die eines elektronischen Programmführers (EPG) inhaltlich abgestimmt sein.

Best-Practice-Projekt für die Distribution

Um eine einheitliche Struktur für den Austausch von Metadaten zwischen den Rundfunkanstalten und den Gemeinschaftseinrichtungen der ARD zu etablieren, unterstützt das IRT ein „Best-Practice-Project“ der Produktion-und Technik-Kommission der ARD (PTKO). Darin soll die Praxistauglichkeit des vom IRT entwickelten Metadatenformats BMF 2.0 (Broadcast Metadata Exchange Format) hinsichtlich der definierten Metadatenstrukturen des ARD-Metadatenkranzes überprüft sowie eine einheitliche Schnittstellentechnologie entwickelt werden. Um für die drei zeitlichen Phasen der Distribution – Programmankündigung, Programmbegleitung und On-Demand-Bereitstellung – eine durchgängige Beschreibung der Inhalte im realen Betrieb zu erhalten, haben sich der WDR und der BR jeweils als Datengeber und die Gemeinschaftseinrichtungen ARD.de und Playout-Center-Potsdam als Datennehmer für das Projekt zur Verfügung gestellt. 

Broadcast Metadata Exchange Format BMF

Für die Harmonisierung von Metadaten und deren standardisierten Austausch wurde unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der ARD das Broadcast Metadata Exchange Format in der Version 2.0 (BMF 2.0) entwickelt.

BMF ist ein umfangreiches Metadaten-Vokabular für Bereiche des Fernsehens, Hörfunks und Online. Es ermöglicht den IT-gestützten Austausch von Metadaten in einem einheitlichen Format.

Als Lingua Franca im Metadatenaustausch erhöht es die Wiederverwendbarkeit von Metadaten-Implementierungen. Darüberhinaus steigert es die Interoperabilität des Metadatenaustausches sowohl zwischen IT-basierten Systemen als auch zwischen verschiedenen Anwendungsszenarien.

Praxisbezug von BMF

Ziel der BMF-Modellierung war es, Informationsanforderungen aus möglichst vielen Bereichen wie Planung, Produktion, Verbreitung (Distribution) und Archivierung abzudecken. BMF konnte dieses durch die umfangreiche und sorgfältige Evaluierung verschiedener Anwendungsfälle erreichen. Dies geschah einerseits in besonders enger Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen von ARD und ZDF und andererseits durch eingehende Analysen von weiteren Anwendungsfällen wie Produktionsplanung, Programmplanung und Ereignisplanung.

BMF-XML-Schema

Entsprechend der gängigen Praxis im Metadatenaustausch werden auch BMF-Metadaten als XML-Dokumente ausgetauscht. Die Modellstruktur für diese XML-Dokumente ist in einem XML-Schema hinterlegt. Für die Erstellung des XML-Schemas in der Version 2.0 wurden die Erfahrungen aus bisherigen Implementierungen und Anregungen von Herstellern eingehend analysiert und berücksichtigt. Die neuen Designregeln von BMF ermöglichen eine flexiblere Nutzung des Modells und einen einfachen Zugang des Anwenders zu Modell und XML Schema.

Das BMF 2.0-Modell und das entsprechende Schema stehen für Anwendungen kostenfrei zur Verfügung.

BMF als Baukasten

BMF 2.0 ist sehr umfangreich und dient als „Baukasten" für die Erstellung von angepassten Teilmodellen für Anwendungsfälle. Nur diese Teilmodelle kommen in Form einer BMF-Teilmodell XSD in Implementierungen zum Einsatz. Für den Austausch von Metadaten in der ARD und zu externen Kooperationspartnern wurde ein entsprechendes BMF-Teilmodell Distribution erstellt. Das Baukasten-Prinzip nutzt für die Distribution nur 20% des in BMF definierten gesamten Metadaten-Vokabulars.

Medienbegleitkarte

In der IT-basierten Fernsehproduktion hat die MAZ-Karte in Papierform ausgedient. Damit alle beschreibenden Metadaten schnell und fehlerfrei zusammen mit dem Videomaterial weiterverarbeitet werden können, planen ARD und ZDF eine elektronische Medienbegleitkarte einzusetzen. Teilweise wird diese auch schon verwendet. Die Medienbegleitkarte beinhaltet Metadaten für Sendungen, Beiträge, einzelne Dreh- und Rohmaterialien (neu in der Version 2.0) sowie für die Sammlung von Drehmaterial auf einem Datenträger. In der IT-basierten Produktionsumgebung vereinfacht die Medienbegleitkarte die Arbeitsweisen, wenn Daten von extern angeliefert bzw. von Co-Produktionen zugeliefert werden, im Ingest, in der technischen Abnahme und in der medienbasierten Weitergabe. Die Medienbegleitkarte wurde vom IRT in enger Zusammenarbeit mit den Fernsehbetrieben von ARD und ZDF entwickelt. Dazu wurden intensiv die relevanten Anwendungsfälle analysiert. Die Medienbegleitkarte ist als XML-Schema in der Version 2.0 verfügbar. Dabei handelt es sich um ein Teilschema des inzwischen weiterentwickelten Broadcast Metadata Exchange Format (BMF) 2.0. Mit der Einführung des Medienfiletransfers 2.0, der den Videofile-Transfer in der ARD ablösen wird, kommt auch die Medienbegleitkarte umfassend zum Einsatz.

Weitere Infos zur Medienbegleitkarte

Weconnect

Das neue Konzept weConnect soll in der ARD den Austausch von aktuellen Beiträgen zwischen Rundfunkanstalten und auch bei Großveranstaltungen verbessern. weConnect soll dafür von der ersten Idee einer Story bis zum fertigen Beitrag mit O-Tönen, Bildern oder Videos alle relevanten Metadaten abgleichen. Fertige Beiträge und deren Aktualisierungen sollen dann unmittelbar allen Rundfunkanstalten zur Übernahme in die hausinternen Workflows zur Verfügung gestellt werden können. Ein neuer und wesentlicher Bestandteil von weConnect umfasst die umfassende Disposition von Übertragungsleitungen, Studios, Ü-Wägen bis hin zu Reportern aus dem ARD-Pool, die für die Produktion benötigt werden. weConnect stellt dafür das Metadatenschema und definiert die auf REST basierende Schnittstellentechnologie. Das IRT entwickelte für weConnect einen Prototypen für Demonstrationszwecke. Derzeit findet ein Test zwischen einigen ARD-Rundfunkanstalten statt, der die Praxistauglichkeit bestätigen soll.

Medienfiletransfer MFT 2.0

Ob Berichte, Interviews oder Beiträge – schon seit Jahren nutzen die ARD-Rundfunkanstalten in der Fernsehproduktion den sogenannten Videofile-Transfer (VFT), um Video-, Audio- und Metadaten zwischen ihren Standorten auszutauschen. Dieser soll zukünftig durch den Medien-Filetransfer (MFT) 2.0 ersetzt werden. Gründe dafür sind die höheren Transfervolumina bei gleichzeitig höheren Transfergeschwindigkeiten infolge der Umstellung auf HDTV und die zunehmende Verzahnung von Hörfunk-, Fernseh- und Onlineprogrammproduktion im Rahmen dermodernen Trimedialität. Wesentliches Leistungsmerkmal des MFT 2.0 ist, multimediales Material mit seinen Metadaten in unterschiedlichen Dateiformaten mit Größen bis zum mehrstelligen Giga-Byte-Bereich deutlich schneller als in Echtzeit zu übertragen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, das neue System, das als reiner Dienst konzipiert ist, leicht und flexibel in die bestehenden Produktions- und Content-Management-Systeme zu integrieren. Dafür muss neben den Steuerungsschnittstellen auch das neue Metadatenschema (basierend auf BMF) implementiert werden. In Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten hat das IRT die detaillierten Leistungsmerkmale spezifiziert und die für die EU-Ausschreibung erforderlichen Unterlagen entsprechend aufbereitet. Der MFT 2.0 soll Ende 2016 in den produktiven Betrieb übergehen.

Ihre Ansprechpartner

Andreas Brefort
Sachgebietsleiter
Head of Department
Tel. +49 (0)89 32399-403
Andreas Ebner
Fachreferent
Senior Engineer
Tel. +49 (0)89 32399-371