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Mobile Broadcast

Smartphone mit TV-Empfang

Die 5. Generation des Mobilfunks (5G) soll ab 2020 marktreif werden und die Leistungsfähigkeit der Übertragungsnetze und Endgeräte deutlich steigern. Aktuell arbeitet dafür das globale Mobilfunk-Standardisierungsgremium 3GPP (3rd Generation Partnership Project) an den technischen Spezifikationen. Mit der Einführung von 5G könnte ein Markt mit Millionen von Smartphones und Tablet-PCs als potentiellen TV-Empfängern entstehen, welche Live-TV-Dienste, Mediatheken, Soziale Netzwerke und viele weitere Dienste attraktiv kombinieren können.

Das IRT evaluiert die Broadcast-Funktionalitäten von Mobilfunksystemen (LTE/5G) im Labor und in Feldtests und nimmt an internationalen Arbeitsgruppen teil, um die Anforderungen des Rundfunks, wie beispielsweise Free-to-Air und großflächige Versorgung (High-power-high-tower) vollständig abzubilden.

Projekt IMB5 (LTE/5G)

Im Forschungsprojekt IMB5 evaluierten unter der Leitung des IRT ein Konsortium bestehend aus Fraunhofer IIS, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Nokia, Rohde & Schwarz und den assoziierten Partnern Bayerischer Rundfunk sowie BMW Forschung und Technik die Entwicklungsfähigkeit des eMBMS-Mobilfunkmodus (evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) hinsichtlich der Anforderungen an die Übertragung von Fernsehsignalen. 2014 wurde an Senderstandorten des Bayerischen Rundfunks in München das weltweit größte Gleichwellennetz für LTE eMBMS in Betrieb genommen. Ein weiteres Netz für detaillierte Signal- und Protokollanalysen entstand bei Fraunhofer IIS in Erlangen. Mit ersten prototypischen Empfängern wurden die technischen Möglichkeiten im Feldtest evaluiert und erforderliche Systemveränderungen für skalierbare Verbreitungsnetze und eine verbesserte Signalversorgung betrachtet. Das Forschungsprojekt IMB5 wurde über die Laufzeit von 24 Monaten durch die Bayerische Forschungsstiftung gefördert.

eMBMS

eMBMS ist bereits seit der 4. Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) verfügbar und ist ein Punkt-zu-Mehrpunkt-Dienst, der es erlaubt audiovisuelle Datenströme (Streaming) und Dateien (Push) an viele Nutzer gleichzeitig zu übertragen. Eine wichtige Funktionalität von eMBMS ist die Übertragung in einem Gleichwellennetz, bei dem mehrere Basisstationen synchronisiert und zu Funkzellengruppen zusammengefasst werden. Damit können in mehreren Funkzellen gleiche Inhalte auf einer Frequenz gleichzeitig übertragen werden. Das Prinzip entspricht dem im Rundfunk bekannten Gleichwellenbetrieb, z. B. DVB-T/T2 und DAB+. Aus den in Forschungsprojekten gewonnenen Erkenntnissen soll es langfristig möglich werden, die Effizienz bewährter Rundfunkdienste mit der Flexibilität und Individualität interaktiver Mobilfunkdienste in einem Systemattraktiv zu kombinieren. Die Ansätze befinden sich gegenwärtig in einem sehr frühen Forschungsstadium und wirken sich daher nicht auf die bevorstehende, geplante Einführung von DVB -T2 HD in Deutschland aus. Aktuelle Fragestellungen beschäftigen sich mit der Wirtschaftlichkeit von gemischten Ausstrahlungsszenarien mit groß- und kleinzellularen Netzen sowie die Akzeptanz von Diensten im Rahmen von betriebsnahen Feldtests. Ferner sind weitere internationale Standardisierungsarbeiten zur vollständigen Abbildung der Rundfunkanforderungen, wie beispielsweise Free-to-air   ohne SIM-Karte, Receive-only-Modus, großflächige Versorgung (High-power-high-tower) und einmalige Verbreitung der TV-Programme trotz mehrerer Netzbetreiber sowie weitere Entwicklungsarbeiten zur Erreichung der Marktreife notwendig.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Roland Brugger
Sachgebietsleiter
Head of Department
Tel. +49 (0)89 32399-436