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Barrierefreie AV-Dienste

Teletextangebot mit Menüpunkt Barrierefrei

Die Teilhabe aller Menschen, egal ob alt oder jung, mit oder ohne Behinderung, an seinen audiovisuellen Angeboten ist erklärtes Ziel des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ein Schwerpunkt liegt bei Fernsehangeboten in den Zusatzdiensten Untertitel und Audiodeskription, die für gehörlose oder hörgeschädigte bzw. blinde oder sehbehinderte Nutzer sukzessive ausgebaut werden. Das IRT forscht im Zeitalter der Konvergenz von Fernsehen und Internet verstärkt daran, die neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen, um die barrierefreien Angebote auszuweiten und damit den Zugang für alle Menschen zu optimieren und zukunftssicher zu gestalten.

Die Arbeiten des IRT fokussieren sich darauf, die Übertragung von Untertiteln und eine verbesserte Sprachverständlichkeit bei audiovisuellen Inhalten zu untersuchen und für PC, Tablet, Smartphone und (Smart)TV anzupassen. Eine wichtige Rolle bei SmartTVs spielt die HbbTV-Technologie, die personalisierbare Angebote über das Internet ermöglicht. Das IRT unterstützt Partner dabei, ihre barrierefreien Angebote, wie Audiobeschreibung und Gebärdensprachdolmetscher, für HbbTV anzupassen und umzusetzen. Gefördert werden diese Forschungsvorhaben u. a. von der Europäischen Kommission im Rahmen des Projekts HBB4ALL. Die Pilotversuche sind ab Herbst 2015 vorgesehen; das Gesamtprojekt läuft noch bis November 2016.

Untertitel im EBU-TT-D-Format

Untertitel auf verschiedenen Empfangsgeräten

Das IRT unterstützt die Rundfunkanstalten bei der Verbreitung ihrer Untertitelangebote in den Mediatheken. Ein Augenmerk liegt u. a. auf der Implementierung des einheitlichen Untertitelformats EBU-TT-D-Basic-DE in Software zur Untertitelgenerierung. Dieses Format soll eine reibungslose Auslieferung von Untertiteln über das Internet sicherstellen. Es wurde zusammen mit den Rundfunkanstalten entwickelt. Für die Konvertierung aus bestehenden Untertitelformaten hat das IRT eine Open-Source-Software entwickelt, die für interessierte
Firmen offen zugänglich ist. Über Untertitelformate hinaus beschäftigt sich das IRT auch mit der Verbreitung von Live-Untertiteln für Internet-Streams auf Desktop und Mobilgeräten. Das IRT stellt sicher, dass dabei europäische und internationale Entwicklungen berücksichtigt werden. Es engagiert sich dafür in internationalen Standardisierungsgremien für Fernsehen und Internet, wie DVB, EBU und W3C.

Clean Audio

Sprachverständlichkeit ist nicht nur für Normalhörende ein Thema, sondern insbesondere auch für Hörgeschädigte. Dies betrifft sowohl Hörgeräteträger mit mittlerer bis schwerer Hörschädigung als auch leicht hörbeeinträchtigte Menschen, die noch nicht unbedingt auf eine Hörhilfe angewiesen sind (z. B. bei einer altersbedingten Hörminderung). Für beide Gruppen wird im Rahmen des EU-Projekts HBB4ALL ein Konzept für einen Zusatzdienst erarbeitet, mit dem verschiedene, auf die Zielgruppen zugeschnittene Tonsignale mittels HbbTV empfangen werden und anstelle des Originaltons abgespielt werden können. Die verschiedenen „Clean Audio“-Tonfassungen dafür sollen automatisch erstellt werden. Erste Untersuchungen mit Probanden erzielten durchaus positive Resultate, da für alle Teilnehmer eine verbesserte Sprachverständlichkeit nachgewiesen werden konnte. Ein Testlauf für den Zusatzdienst ist in Zusammenarbeit mit dem rbb geplant.

Technische Richtlinie für bessere Sprachverständlichkeit im Fernsehen

Viele Fernsehzuschauer scheinen mit dem, was sie hören, nicht immer zufrieden zu sein – wie viele Zuschauerbeschwerden zeigen. Deshalb haben sich ARD und ZDF entschlossen, diese Beschwerden zu untersuchen. Eine senderübergreifende Audio-Arbeitsgruppe der Rundfunkanstalten wurde beauftragt, eine „Empfehlung für Programm und Technik – Sprachverständlichkeit im Fernsehen“ auszuarbeiten, um wirksame Verbesserungen zu erreichen. Die Technische Richtlinie wirbt für mehr (Sprach-)Verständnis und beinhaltet Empfehlungen für die Produktionsplanung, Produktion, Bearbeitung und Sendung und geht auf Themen wie Sounddesign, Geräusche, Ausstattung von Produktionsregien und das Hörvermögen der Zuschauer ein. Auch die auf diesen Seiten genannten Ergebnisse der am IRT durchgeführten Untersuchungen zur Sprachverständlichkeit bei Voice-Over-Voice-Passagen flossen in die Guideline ein, die online verfügbar ist unter: www.irt.de/publikationen/technische-richtlinien/allgemein/

 

 

Sprachverständlichkeit bei "Voice-over-Voice“-Situationen

Unter Voice-over-Voice versteht man das gleichzeitige Auftreten zweier Sprachsignale, wie es bei Übersetzungspassagen in Magazinbeiträgen der Fall ist. Bei solchen Passagen kommt es öfter zu Beschwerden seitens der Fernsehzuschauer bezüglich der Sprachverständlichkeit. Im Rahmen mehrerer Hörversuche hat das IRT mögliche Einflussfaktoren, wie die räumliche Abhörsituation oder die Abhörlautstärke, auf die Sprachverständlichkeit beleuchtet. Ziel war es, eine praxisorientierte Empfehlung für ein angenehmes Mischungsverhältnis zu finden. Da das Mischen zweier Sprachspuren ein komplexer Vorgang ist, der von mehreren Faktoren beeinflusst wird, ist es nicht möglich, eine allgemein gültige Empfehlung für einen optimalen Pegelabstand zu geben. Anhand der Untersuchungsergebnisse wurde ein Bereich ermittelt, in dem der Abstand zwischen Off-Sprecher und O-Ton idealerweise gewählt werden sollte.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Markus Ludwig
Sachgebietsleiter
Head of Department
Tel. +49 (0)89 32399-321
Sebastian Goossens
Sachgebietsleiter
Head of Department
Tel. +49 (0)89 32399-358