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Produktions- und Studionetze

Rundfunk und Medienhäuser bereiten sich auf den nächsten großen Schritt vor: die vollständige IP-Vernetzung, auch in der Live-Produktion. Kritische Echtzeitanwendungen, proprietäre Ansätze, fehlende Bausteine in der Standardisierung und verschiedene Taktkonzepte sind die Herausforderungen auf dem Weg dahin. Das IRT beteiligt sich bei der Standardisierung, organisiert Tests und berät Rundfunk- und Medienhäuser, um die Kompatibilität weiter zu verbessern und die Inbetriebnahme und Integration zu ermöglichen.

IP im Studio

Mit der Einführung der IP-basierten Übertragung in Studio und Produktionsumgebungen gilt es neben den technischen auch personelle und organisatorische Herausforderungen zu meistern. Mit AES67, SMPTE 2022, TR-03/-04 und AVB/TSN stehen verschiedene Technologien in den Startlöchern. Auch das Thema Takt und Synchronisierung in neuen Netzen ist bei allen Herstellern von Medientechnik virulent. In Zukunft soll die ebenfalls über dieselbe Netzinfrastruktur laufen wie die Medienströme. Der Blackburst wird abgelöst vom Precision Time Protocol (IEEE 1588 v2). Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es bisher nicht ein allgemeingültiges PTP für alles gibt, sondern unterschiedliche Profile existieren. Das IRT begleitet die Entwicklung, organisiert als neutraler Partner herstellerübergreifende Tests und bewertet die neuen Systeme unter allen rundfunkrelevanten Gesichtspunkten.

Als technischer Dienstleister berät und unterstützt das IRT von der Konzept- und Risikobewertung über die Vorbereitung und Durchführung von Machbarkeitstests und Interoperabilitätsuntersuchungen bis hin zu technischen Empfehlungen.

Messungen und Interoperabilität

In den meisten Standardisierungsgremien und Industriekonsortien wird leider der Fokus zuerst auf das Mapping der Daten in IP, den Transport, das Timing und das Management gelegt. Und hier liegt auch teilweise ein aktuelles Dilemma verborgen. War der ursprüngliche „Kampf der Technologien“ auf das Duell IP (SMPTE 2022-x und AES67) gegen Ethernet (AVB, TSN) ausgerichtet, so sah es nach dem „Sieg“ von IP zunächst so aus, als wäre SMPTE 2022 die Lösung für IP auch in Studio und Produktion. Nun ist SMPTE 2022 ein Kontributionsstandard und nicht für den Einsatz im Studio etc. konzipiert, so dass plötzlich neue Standards und Quasi-Standards aus den diversen Gremien und Industriekonsortien sprießen, was leider zur allgemeinen Verwirrung der Nutzer beiträgt und der Interoperabilität des beteiligten Equipments nicht unbedingt zuträglich ist.

Die Standardisierung schreitet zwar voran, doch sind es im Moment größtenteils Puzzle-Stücke, die als Bausteine entwickelt werden. Und einige Bausteine fehlen noch, wie z.B. Security, Gesamt-Management, Netzintegration, Device Discovery (zum Teil), LAN-WAN-LAN Kopplung…) Das große Gesamtkonzept muss noch erstellt werden. Das führt unter anderem dazu, dass die käufliche Verfügbarkeit von Ende-zu-Ende Gesamtlösungen für ein All-IP-Medienhaus noch hinter den Erwartungen zurückliegt.

Das IRT ist in den relevanten Standardisierungsgremien mit dem Ziel der Verbesserung der Interoperabilität aktiv tätig und bietet darüber hinaus qualifizierte Messdienstleistungen an:

Zu diesengehören Proof of Concepts, Pilottests, Interoperabilitätsuntersuchungen, sowie komplette Netztests bis hin zu Abnahmemessungen neuer Netzwerke in Studio und Produktion.

Ihr Ansprechpartner

Markus Berg
Sachgebietsleiter
Head of Department
Tel. +49 (0)89 32399-279